Fernwärme

Neuer Düker quert die Dhünn

Wir investieren rund eine Million Euro in die Versorgungssicherheit

Mit schwerem Gerät ür die Versorgungssicherheit: Wir haben im Rahmen der Erneuerung ihrer Fernwärmeleitung im Bereich Bendenweg/Westring Mitte September 2025 einen neuen, 26 Meter langen Düker gesetzt. Das Rohrbündel wurde mittels eines Teleskopkrans in einen zuvor ausgehobenen drei Meter tiefen Graben im Flussbett der Dhünn abgesenkt. In den kommenden Tagen werden die Spundwände im Wasserlauf entfernt und der Graben von der ausführenden Leverkusener Baufirma Büchel verfüllt.

Mit der Erneuerung des Dükers wird die Fernwärme-Infrastruktur in der Dhünn-Aue auf den neuesten Stand der Technik gebracht und die Versorgung langfristig gesichert. Die alte Leitung musste nach vielen Jahrzehnten altersbedingt ausgetauscht werden. „Dieses Teilstück stellt die wichtige Verbindung der Fernwärmeleitung nach Rheindorf her. Wir machen unser Fernwärme-Netz damit weiter fit für die Anforderungen der Wärmewende“, sagt unser technischer Geschäftsführer Dr. Ulrik Dietzler. In das Projekt investieren wir rund eine Million Euro.

Zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele verpflichtet das Bundes-Klimaschutzgesetz Deutschland und seine Kommunen bis 2045 treibhausgasneutral zu werden. „Mit der Fernwärme können wir fossile Energieträger in den Haushalten durch Abwärme der Müllverbrennung ersetzen und unseren Weg in Richtung Wärmewende gehen“, so Dr. Dietzler weiter.

Während die Fernwärme langfristig hilft, das Klima zu schützen, liegt das Augenmerk bei den aktuellen Arbeiten in Leverkusen auch auf dem Umwelt- und Tierschutz: Damit Flora und Fauna in der Dhünn-Aue möglichst wenig Schaden nimmt, gab es hohe Auflagen durch die zuständigen Behörden: So werden bei den Erdarbeiten im Flussbett provisorische Sedimentsperren aufgebaut, um Wassertrübungen aufzuhalten. Dadurch gelangen weniger Schwebstoffe in die letzten Flusskilometer der Dhünn. Außerdem schaffen extra gesetzte Störsteine Ruheplätze für die Fische. Für Fledermäuse wurden im Vorfeld Ersatzquartiere geschaffen. In den kommenden Tagen wird der Düker an das Fernwärmenetz angeschlossen, die Gewässerböschung und die Biotop-Flächen wiederhergestellt und das gesamte Bauprojekt in der Dhünn-Aue bis Herbst abgeschlossen.

"Wir machen unser Fernwärme-Netz damit weiter fit für die Anforderungen der Wärmewende."
Dr. Ulrik DietzlerTechnischer Geschäftsführer der EVL

Projekte und Investitionen dieser Größenordnung werden in den kommenden Jahren häufiger werden: Aufgrund der Wärmewende kalkulieren wir in den kommenden zwanzig Jahren bei der Fernwärme Investitionen von mehr als 66 Millionen Euro für das Netz und rund 60 Millionen Euro für die Erzeugung. „Insgesamt planen wir aktuell bis 2045 aufgrund des Bundes-Klimaschutzgesetzes mit Kosten von aktuell rund 870 Millionen Euro und damit mit einem Vielfachen unserer derzeitigen Investitionen“, sagt unser kaufmännischer Geschäftsführer Thomas Eimermacher. Ein großer Teil der Kosten fällt im Stromnetz an.

Wir waren bei dem Kraneinsatz dabei und haben ein Video gedreht.

Hintergrund

Unsere Pläne mit der Fernwärme

Wir wollen die Netze transformieren

Unsere Fernwärme  ist aufgrund des sehr guten Primärenergiefaktors ein wichtiger Zukunftsbaustein für eine nachhaltige Wärmeenergieversorgung in Leverkusen. Die über Müllheizkraftwerke erzeugte Fernwärme ist ressourcenschonend und spielt bei der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen eine wichtige Rolle. Der Anschluss an das Fernwärmenetz ist sowohl für Bauherren als auch für die Eigentümer älterer Wohn- und Gewerbeimmobilien interessant. Denn die Versorgung durch zentral erzeugte Fernwärme ist komfortabel, energieeffizient sowie wartungsarm und platzsparend.

Den überwiegenden Teil der Fernwärme (drei Viertel der benötigten Wärme) beziehen wir über das lokale städtische Müllheizkraftwerk der AVEA. Über Kraft-Wärme-Kopplung entsteht Energie, die in Strom und Wärme umgesetzt wird. Den dabei erzeugten Strom speist der lokale Entsorger in das Stromnetz ein, die Abwärme wird für die Fernwärmeversorgung genutzt. In den drei über die Stadt verteilten Gasheizwerken in Rheindorf, im Heizwerk Stadtmitte und im Heizwerk Monheimer Straße erzeugen wir ebenfalls Wärme (ein Viertel der benötigten Wärme), die im Vorlauf in Form von heißem Wasser in die Haushalte transportiert wird. Nachdem das Heizwasser seine Wärme abgegeben hat, fließt das abgekühlte Wasser im Rücklauf zum Heiz(kraft)werk zurück. Im Vergleich zu heizöl- oder erdgasbasierten Heizungssystemen werden durch diese effiziente Nutzung von Ressourcen CO₂-Emissionen deutlich reduziert, und Fernwärmekunden leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Um in Zukunft auf den Einsatz von Gas in Heizwerken verzichten zu können und die Fernwärme-Menge zu erhöhen, befinden wir uns mit den großen industriellen Abwärmelieferanten im Stadtgebiet in Gesprächen zur Nutzung weiterer Abwärme-Potenziale. Außerdem prüft der Energieversorger neben industrieller Abwärme auch weitere Abwärmequellen, z. B. Rechenzentren, kommunale Kläranlage, Abwassernetz. Darüber hinaus werden auch erneuerbare Wärmequellen, wie der Einsatz von Flusswasserwärmepumpen oder Luftwärmepumpen in Kombination mit Wärmespeichern untersucht.
Für diese Ziele arbeitet die Energieversorgung Leverkusen an der Erstellung eines „Transformationsplans Wärmenetze“. Mit dem Transformationsplan beabsichtigen wir, ihre eigenen Wärmenetze auf dem Leverkusener Stadtgebiet auszubauen. Dabei wollen wir die Wärmenetze noch klimafreundlicher machen und den aktuell noch vorhandenen Anteil an Erdgasverbrennung durch erneuerbare Energien oder industrielle Abwärme ersetzen. Das Ziel ist, die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2045 in allen EVL-Wärmenetzen zu erreichen.

Neben dem eigenen Projekt engagieren wir uns ls ein wichtiger Akteur bei der „Kommunalen Wärmeplanung“ der Stadt Leverkusen und bringt Daten und Expertise bei der Energieerzeugung und -versorgung ein. Bei der Kommunalen Wärmeplanung wird für Leverkusen ein übergeordneter Maßnahmenfahrplan für die Erreichung der treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 erstellt.