Fernwärme-Ausbau in Alkenrath ist im Zeitplan

Eines unserer größten Wärme-Projekte der vergangenen Jahren nimmt Fahrt auf: Der Baufortschritt beim Fernwärme-Anschluss in Alkenrath zeigt sich zurzeit am deutlichsten rund um Schlebuschrath. Dort laufen die vorbereitenden Arbeiten für die Dhünn-Dükerung im August – die Verlängerung der bestehenden Fernwärme-Leitung unter der Dhünn hindurch in Richtung Alkenrath. „Im kommenden Jahr können wir über diese Leitung rund 1.100 Wohneinheiten der Vivawest, der Vonovia und weitere Objekte statt mit fossilen Energieträgern durch Fernwärme mit einem guten Primärenergiefaktor versorgen und einen wichtigen Schritt in Richtung der Leverkusener Wärmewende machen“, sagt Thomas Eimermacher, kaufmännischer Geschäftsführer der EVL.
Bislang wurde das Gebiet durch zwei Nahwärmenetze auf Erdgasbasis oder die Objekte direkt mit fossilem Gas versorgt. Wir investieren einen mittleren siebenstelligen Betrag in das für explizit wirtschaftliche Projekt, das in Teilen über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Europäischen Union gefördert wird. „Wir sind uns der Wichtigkeit einer klimafreundlichen Transformation im Energiesektor seit längerem bewusst und gehen gezielt das an, was im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten machbar und wirtschaftlich ist“, sagt Thomas Eimermacher.
Seit Mai 2025 läuft das Fernwärme-Projekt, dessen größtes Teilprojekt die Verlängerung der Fernwärme-Leitung vom Innovationspark-Gelände unter der Dhünn und durch den Eisenbahntunnel Schlebuschrath in Richtung Alkenrather Straße ist. Im Bereich Alkenrather Straße wird ab Herbst eine Übergabestation gebaut, von der eine weitere neue Verbindungsleitung zum dann ehemaligen Nahwärmenetz Elisabeth-von-Thadden-Straße geht. Diese zweite neue Verbindungsleitung ist zurzeit ebenfalls im Bau.
Über eine weitere in der Planung befindliche Übergabestation an der Wilhelm-Leuschner-Straße werden dann die Gebäude der Vivawest an dieser Straße an unsere Fernwärme angeschlossen. „Zurzeit befinden sich alle Teilprojekte deutlich im Zeit- und Kostenrahmen. Wenn es so positiv weiterläuft, werden wir ab Frühjahr 2027 große Teile Alkenraths mit grüner Fernwärme, die zum Großteil aus der ressourcenschonenden Abwärme der AVEA stammt, versorgen können“, so Eimermacher weiter.


Unser Team und die beauftragten Tiefbauer nehmen zahlreiche Hürden, um die neuen Versorgungsleitungen mit dem Dhünn-Düker (das Bild zeigt den Dhünn-Düker im Bereich Olof-Palme-Straße, Bürrig) zu verlegen und die Übergabestationen zu errichten. „Um die verkehrlichen Belastungen möglichst gering zu halten, bauen wir in Teilabschnitten und richten in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt bei Erfordernis Umleitungen ein“, sagt Jürgen Lokotsch, bei uns als Fachbereichsleiter zuständig für Bauprojekte. Sein Team nimmt sich viel Zeit für den Dialog mit Anwohnerinnen und Anwohnern und versucht, die Beeinträchtigungen durch den Bauverlauf so klein wie möglich zu halten. So tauschen die Kolleginnen und Kollegen aktuell die Schotterschicht in Teilbereichen der bis Anfang August eingerichteten Umleitung in Schlebuschrath aus, da bei der trockenen Witterung die Staubentwicklung für die Passantinnen und Passanten zu groß ist.
Die Umwelt- und Naturschutzauflagen sind ebenfalls hoch: Natürlich wurden Bäume und Sträucher im Frühjahr und damit vor der Brutzeit gerodet und Rücksicht auf die Tierwelt genommen. Zur Minimierung der Beeinträchtigung von Flora und Fauna gibt es genehmigungsbedingt ein fest vorgegebenen Zeitfenster für das Einsetzen des Dükers. Verbunden hiermit ist auch die größte Auflage im Projekt: „Der Eingriff in die Natur erfordert eine entsprechende Ausgleichsmaßnahme. Daher befindet sich nach Vorgabe der Behörde derzeit eine Teilrenaturierung des Steinbücheler Horkenbachs in der Planung“, so Lokotsch. Um den Bereich zwischen Bachmündung und den Teichen in einen ökologischeren Zustand zu versetzen, investieren wir voraussichtlich nochmal einen niedrigen sechsstelligen Betrag.
Hintergrund Fernwärme

Haftungsausschluss: „Der Fernwärmeanschluss in Alkenrath wird finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission wieder. Weder die Europäische Union noch die Europäische Kommission können für sie verantwortlich gemacht werden.“
Unsere Fernwärme ist aufgrund des sehr guten Primärenergiefaktors ein wichtiger Zukunftsbaustein für eine nachhaltige Wärmeenergieversorgung in Leverkusen. Die erzeugte Fernwärme ist ressourcenschonend und spielt bei der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen in der Wärmeversorgung eine wichtige Rolle.
Drei Viertel der Fernwärme beziehen wir über das lokale städtische Müllheizkraftwerk der AVEA, deren Abwärme für die Fernwärmeversorgung genutzt wird. In den drei über die Stadt verteilten Gasheizwerken in Rheindorf, im Heizwerk Stadtmitte und im Heizwerk Monheimer Straße erzeugen wir selbst ein Viertel ihrer Wärme, die im Vorlauf in Form von heißem Wasser in die Haushalte transportiert wird. Nachdem das Heizwasser seine Wärme abgegeben hat, fließt das abgekühlte Wasser im Rücklauf zum Heizwerk zurück. Im Vergleich zu heizöl- oder erdgasbasierten Heizungssystemen werden durch diese effiziente Nutzung von Ressourcen – insbesondere der Abwärme – CO₂-Emissionen reduziert.
Das Bundes-Klimaschutzgesetz verpflichtet Deutschland und damit auch Städte wie Leverkusen bis 2045 treibhausgasneutral zu werden. Für diese Ziele arbeiten wir zurzeit an der Erstellung eines „Transformationsplans Wärmenetze“. Mit dem Transformationsplan planen wir unsere eigenen Wärmenetze auf dem Leverkusener Stadtgebiet zu dekarbonisieren und ggf. auszubauen. Dabei wollen wir die Wärmenetze noch klimafreundlicher machen und den aktuell noch vorhandenen Anteil an Erdgasverbrennung durch erneuerbare Energien oder industrielle Abwärme ersetzen. Das Ziel des Transformationsplans ist es, die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2045 in allen EVL-Wärmenetzen zu erreichen.
Neben dem eigenen Projekt haben wir uns als ein wichtiger Akteur bei der „Kommunalen Wärmeplanung“ der Stadt Leverkusen engagiert und Daten und Expertise bei der Energieerzeugung und -versorgung eingebracht. Bei der Kommunalen Wärmeplanung wurde für Leverkusen ein übergeordneter Maßnahmenfahrplan für die Erreichung der treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 erstellt.
Zahlen 2025
144,5 Mio. kWh Fernwärmeabgabe
1061 Stück Hausstationen (ca. 80 % Haushalte, 20 % Gewerbe)
68,2 km Versorgungsnetz