Neuer Düker quert die Dhünn

Mit dem neuen Düker in Schlebuschrath wird die bestehende Fernwärmeleitung unter der Dhünn in Richtung Alkenrath verlängert, so dass ab Frühjahr 2027 weite Teile Alkenraths mit Fernwärme versorgen, die zum Großteil aus der Nutzung von Abwärme der AVEA stammt. Im EVL-Fernwärmenetz beträgt der Abwärmeanteil 74 Prozent. Die Anbindung des 26 Meter langen Dhünn-Dükers markiert einen der technisch anspruchsvollsten Meilensteine des gesamten Projekts.
Der Düker quert in Schlebuschrath die Dhünn und verlängert die neu verlegte Fernwärmeleitung unterirdisch im Flussbett. Beim beauftragten Tiefbauer wurde die Stahlkonstruktion mit zwei festen Fernwärmerohren (Vorlauf- und Rücklauf) vormontiert und danach auf einer eigens neben der Dhünn geschaffenen Kran-Aufstellfläche endmontiert. Nach Absenken des Dükers mittels eines Teleskopkrans in den offenen Graben des Dhünn-Flussbetts schließt die ausführende Leverkusener Baufirma Büchel nun die Rohre in den kommenden Tagen an das Fernwärmenetz an.
Große Teile Alkenraths sollen ab Frühjahr 2027 mit Fernwärme versorgt werden. „Über diese Leitung können wir im kommenden Jahr insgesamt rund 1.100 Wohneinheiten der Vivawest, der Vonovia und weitere Objekte statt mit fossilen Energieträgern durch Fernwärme mit 74 Prozent Abwärmeanteil und einem erneuerbaren Anteil von 37 Prozent versorgen und einen wichtigen Schritt in Richtung der Leverkusener Wärmewende machen“, sagt Thomas Eimermacher, kaufmännischer Geschäftsführer der Energieversorgung Leverkusen (EVL). Künftig werden diese Gebäude nicht mehr mit Erdgas, sondern mit Fernwärme beheizt, die zum Großteil aus der ressourcenschonenden Abwärme der AVEA stammt.
„Wir blicken hier auf das größte Teilprojekt des Gesamtvorhabens: Die Verlängerung der bestehenden Fernwärmeleitung vom Innovationspark-Gelände unter der Dhünn hindurch, durch den Eisenbahntunnel Schlebuschrath bis in Richtung Alkenrather Straße“, sagt Dr. Jan Meese, technischer Geschäftsführer der EVL. Bereits seit Mai 2025 läuft das Fernwärme-Projekt, geplant und verbaut werden 1.500 Meter Rohrgraben und 3.000 Meter Rohrleitung bei einem monate- bis jahrelangen Vorlauf bei den einzelnen Projektschritten. „Im Bereich Alkenrather Straße wird ab Herbst eine Übergabestation gebaut, von der eine weitere neue Verbindungsleitung zum dann ehemaligen Nahwärmenetz Elisabeth-von-Thadden-Straße geht. Diese zweite neue Verbindungsleitung ist zurzeit ebenfalls im Bau“, führt EVL-Fachbereichsleiter und Chefplaner Jürgen Lokotsch weiter aus.
Über eine weitere in der Planung befindliche Übergabestation an der Wilhelm-Leuschner-Straße werden dann die Gebäude der Vivawest an dieser Straße an die Fernwärme der EVL angeschlossen. „Zurzeit befinden sich alle Teilprojekte deutlich im Zeit- und Kostenrahmen. Wenn es so positiv weiterläuft, werden wir ab Frühjahr 2027 große Teile Alkenraths mit Fernwärme, die zum Großteil aus der Abwärme der AVEA stammt, versorgen können“, so Eimermacher weiter.
Bislang wurde das Gebiet durch zwei Nahwärmenetze auf Erdgasbasis oder die Objekte direkt mit fossilem Gas versorgt. Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) investiert einen mittleren siebenstelligen Betrag in das für sie explizit wirtschaftliche Projekt, das in Teilen über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Europäischen Union gefördert wird. „Wir sind uns der Bedeutung der Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Energiesektor bewusst und gehen gezielt das an, was im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten machbar und wirtschaftlich ist“, betont Eimermacher.
Als Ausgleichsmaßnahme für zwei Dhünn-Düker (2025: Bendenweg/Westring und 2026: Schlebuschrath) sollen die künstlichen Fischteiche am gestauten Horkenbach in Naturteiche mit Fließgewässer umgewandelt werden. Die Renaturierung des Horkenbachtals wurde aufgrund der Berücksichtigung von Fauna und Flora in drei Ausführungsabschnitte eingeteilt. Am ersten Abschnitt von der Mündung des Horkenbachs aufwärts wird die EVL ihre Ausgleichserfordernis vornehmen. Die Detailplanung, Ausschreibung und Beauftragung der Fachfirma soll im Herbst/Winter 2026 erfolgen und im kommenden Jahr fertig gestellt sein. Die weiteren Abschnitte könnten dann sukzessive in den kommenden Jahren für künftige Ausgleichsmaßnahmen erfolgen.